Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit Helmholtz-Zentrum Potsdam

Nachhaltige Lösungen für den Globalen Süden in einer Nach-Pandemie-Welt

31.05.2021

Die Corona-Pandemie hat die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) abrupt unterbrochen. Jahrzehnte des Fortschritts hat dies in einigen Fällen zunichte gemacht. Die Pandemie legt gesellschaftliche Ungleichheiten offen, während sich die Unterschiede zwischen Ländern nochmals verschärfen. Ein internationales Team hat die Auswirkungen der Krise auf die nachhaltige Entwicklung, den Klimaschutz und andere Bereiche in Ländern des Globalen Südens analysiert und das IASS hat dies als Publikation veröffentlicht.

Covid_19, Indien, Arbeiter beim Nachfüllen von medizinischen Sauerstoffflaschen
Neu-Delhi: Ein Arbeiter füllt medizinische Sauerstoffflaschen für Patienten mit Covid-19-Infektionen an einer Tankstelle eines Gasversorgers auf in der zweiten Welle der Pandemie.

Zu den Schwerpunkten der neuen Veröffentlichung "Sustainable Solutions for the Global South in a Post-Pandemic World" zählen die Themengebiete erneuerbare Energien, urbane Resilienz und ökologische Dienstleistungen, Klimawandel und Wirtschaft. Fünfzehn Autorinnen und Autoren beantworten drei zentrale Fragen:

  1. Welche Fortschritte wurden bei den SDGs in Ihrem Fachgebiet vor der Pandemie gemacht? Wie hat Ihr Gebiet auf die Pandemie reagiert?
  2. Was sind Ihre Vorschläge und Beobachtungen für den weiteren Weg?
  3. Wie kann Ihr Land Lösungen in Politik und Praxis herbeiführen, um den Klimawandel nach der Pandemie zu bekämpfen?

Erneuerbare Energien

Im ersten Kapitel betrachtet das Autorenteam die Energiemärkte und insbesondere den Ausbau der erneuerbaren Energien (SDG 7). Untersucht wurden die Auswirkungen der Pandemie auf das Wirtschaftswachstum, die Lebensgrundlagen der Schwächsten, globale Ungleichheiten und Investitionsströme verschiedener Regionen und Länder. Die Reaktionen in Nigeria, Ghana, Argentinien und im Iran auf die Krise stehen dabei im Fokus.

Nachhaltige Städte und ökologische Dienstleistungen

Mehr als die Hälfte der Menschen lebt in städtischen Ballungsräumen. Dort sind soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten am stärksten ausgeprägt, denn Menschen sind Wohnraummangel, schlechtem Wassermanagement und Infektionskrankheiten ausgesetzt. Auch auf dem Land gibt es gravierende Probleme, wie zunehmende Abholzung, Verseuchung des Bodens und Wüstenbildung. Covid-19 hat all diese Probleme verschärft.

Die Autorinnen und Autoren analysieren im zweiten Kapitel wie etwa Wassermanagement-Probleme und Gesundheitsmaßnahmen während der Pandemie miteinander verbunden sind - so betrachten sie, wie die Herausforderungen in Bezug auf Migrationsbewegungen während der Pandemie zu bewerten sind. Im Vordergrund stand die Frage: Wie hat sich die Abholzung in den südlichen tropischen Wäldern seit Beginn der Pandemie entwickelt und wie wird die immaterielle Bedeutung des Amazonas-Regenwaldes wahrgenommen?

Klimawandel und Wirtschaft

Die Covid-19-Pandemie, die Klimakrise und die Weltwirtschaft sind zusammenhängende Phänomene. In diesem Kapitel analysieren die Autorinnen und Autoren die Auswirkungen und Herausforderungen der Coronakrise aus der Perspektive von Wirtschaft und Klimawandel und diskutieren mögliche Lösungsansätze, darunter:

  • einen Fahrplan, um die Klimaziele des Pariser Abkommens in Konjunkturprogramme zu integrieren
  • eine Mehrebenen-Klimagovernance für einen grünen Wiederaufschwung
  • Lektionen für eine nachhaltige und resiliente Erholung und
  • radikale Ansätze, um sozioökonomische Ungleichheiten und den Klimawandel abzuschwächen.

Über das Autoren-Team
Die hier vorgestellte Publikation wurde von einem Autoren-Team der unterschiedlichsten Bereiche verfasst: Es sind Ingenieure, Umweltmanager, Sozialwissenschaftler und Aktivisten darunter. Sie stammen aus Ägypten, Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ghana, Indien, Iran, Kenia, Mexiko, Nigeria und Vietnam. Sie eint ein Stipendium des Internationalen Klimaschutzstipendiums 2020/2021 der Alexander von Humboldt-Stiftung. Mit diesem vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geförderten Sonderprogramm werden Nachwuchsführungskräfte in den Bereichen Klimaschutz und -anpassung, Ökosystem- und Biodiversitätsschutz sowie nachhaltige Nutzung der Meere und Ozeane gefördert.

Publikation:

Artur Sgambatti Monteiro, Vinod Ramanarayanan, Nadeem Abdelgawad, Rowan Alumasa Alusiola,  Kelechi E. Anyaoha, Sina Ardabili, Natalia Burgos, Melissa Cuevas Flores, Enzo Leone, Amir Mosavi,  Minh Anh Nguyen, Morteza Nikravan, Charles Kofi Owusu, Emily Montserrat Castro Prieto, Magaly Ines  Beltran Siñani: Sustainable Solutions for the Global South in a Post-Pandemic World, Potsdam/ May 2021.

Kontakt

Sabine Letz

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Referentin Presse
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Artur Sgambatti Monteiro

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